Bewertung: Lufthansa 747-400 First Class

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Ich hatte die Möglichkeit die neue und somit aktuelle Lufthansa First Class in der 747-400 zwischen Frankfurt und Dubai zu testen. Nebst vielen tollen Momenten ist das außergewöhnlichste wohl die Bestuhlung. Zusätzlich zu einem normalen First-Class Sitz, ist auch ein Matratzen-Bett vorhanden. Sie haben richtig gelesen: Ein zusätzliches Bett mit Matratze! Es sei angemerkt das dieses Produkt derzeit ausschließlich auf den 747-400 der Lufthansa zu finden ist. Alle anderen Langstrecken-Modelle der Lufthansa haben zwar ebenfalls die neue First-Class verbaut, jedoch ohne das Bett.

Zubringerflug Zürich – Frankfurt mit Swiss
Angefangen hat alles am Flughafen Zürich. Ich positionierte quasi mit einem Jumbolino vom Typ RJ-100 von Swiss Richtung Frankfurt. Da auf solchen Kurzstrecken-Flügen keine First Class vorhanden ist, wird man jedoch bestens in der Business Class versorgt. Genutzt werden darf selbstverständlich die überschaubare aber äußerst feine First Class Lounge der Swiss in Zürich. Nebst einem a la Carte Restaurant steht auch ein lecker präsentiertes Buffet zur Verfügung. Die Lounge war gut besucht. Da das Flugzeug auf einer Aussenposition stand wurde ich pünktlich 40min vor Abflug für den Limousinen-Transfer zum Flugzeug abgeholt. Angekommen vor dem Flugzeug stand der Kabinen-Chef, welcher bei Swiss Maitre-de-Cabine heißt, bei Fuss und salutierte beinahe untertänig. Schon jetzt ist klar dieser Mann gehört noch zur alten Garde der Swissair, pardon ich meinte Swiss Angestellten. Er schüttelte die Hand, stellte sich vor und begleitete mich persönlich ins noch leere Flugzeug. Der Kapitän stand ebenfalls für mich in der Türe und grüßte freundlich. Genau so sollte First Class sein, ein Muster-Beispiel. Ein wunderbarer Service. Noch bevor die restlichen Passagiere per Bus ankamen wurde das Begrüßungsgetränk und ein paar persönliche Worte gewechselt. Selbstverständlich hatte er bereits festgestellt das die Weiterreise in der Lufthansa First Class nach Dubai auf dem Programm stand. Erst im Laufe des Fluges sollte ich erfahren das er über 25 Jahre Swissair bzw. Swiss Berufserfahrung hat. Unübersehbar!


Frankfurt gehört für mich weltweit zu den unübersichtlichsten Flughäfen. Ich hatte mich bei der Landung bereits auf einen Marathon zum First Class Terminal eingestellt. Ich sollte nur teilweise Recht haben. Nach der Landung standen wir auf einer der unzähligen Außenpositionen. Zu meiner Überraschung stand eine Limousine da inkl. Fahrer und Tafel mit meinem Namen. Ich war überrascht, grüßte und stieg ein. Die Enttäuschung folgte aber auf dem Fuße. Anstatt direkt ins eigene First Class Terminal der Lufthansa zu fahren, wurde ich zwar alleine und luxuriös, beim ganz normalen Ausgang abgeladen. Das hätte man definitiv besser lösen können. Der Marathon zum First Class Terminal blieb mir also nicht erspart. Aber es sollte der einzige Kritikpunkt auf der ganzen Flugreise bleiben.


First Class Terminal in Frankfurt

Im First Class Terminal angekommen stand eine eigene Sicherheitsschleuse zur Verfügung. Natürlich ohne anzustehen. Das First Class Terminal der Lufthansa wird von maximal 300 Personen am Tag frequentiert. So bleibt keine Sorge um Hektik. Die Sicherheitsschleuse passiert folgt der persönliche Empfang und Einweisung in das Terminal. Es steht ein umfangreiches a la Carte Restaurant, kombiniert mit Buffet zur Verfügung. Zu meiner Überraschung von meinem Lieblings Caterer Do&Co. Wie erwartet, ein absoluter kulinarischer Hochgenuss. Im Terminal stehen den Gästen auch Badezimmer inkl. Badewanne und gelben Bade-Entchen zur Verfügung. Selbstverständlich im Lufthansa Branding. Nach einer Bestellung quer durch die leckere Karte und ein paar Gängen zum Buffet, wurde ich gebeten den Reisepass abzugeben sodass der Bundesgrenzschutz ein Stockwerk tiefer bereits die Ausreiseformalitäten vornehmen kann, während ich noch beim Essen verweilte. Rund 45min vor Abflug wurde ich abgeholt und zur Limousine begleitet wo auch mein Reisepass wieder zu mir fand. Die Lufthansa 747-400 stand an einer Gate Position, sodass wir neben dem Flugzeug parkten und per Lift direkt ins Gate gelangten und von dort über den Finger ins Flugzeug. Die Crew begrüßte und verwies direkt in das obere Stockwerk.

Weitere Informationen zum Lufthansa First Class Terminal in Frankfurt: Klick hier!


An Bord der Lufthansa 747-400 in der First Class
Im ober Deck der Lufthansa 747-800 befindet sich ausschließlich die First Class mit „nur“ acht Sitzen. Die Begrüßung der etwas älteren Flugbegleiterinnen war überdurchschnittlich freundlich und somit durchaus erfreuend. Zuerst war ich noch etwas skeptisch, aber die Crew hatte die Stimmung und das Klientel perfekt im Griff. Man merke wieder einmal das die Crew einen absolut wichtigen Faktor für das Wohlbefinden an Bord ausmacht. Natürlich gab es auch wieder Begrüßungsgetränke, spezielles Lufthansa-Wasser mit Minze, sowie die üblichen Knabbereien. Meine Aufmerksamkeit galt aber eigentlich dem fantastischen Sitzplatzprodukt. Nebst einem sehr bequemen Sitz und großzügigem Sitzabstand, stand ein eigenes Bett mit Matratze zusätzlich zur Verfügung. Der jeweilige Sitzplatz hat sich in der Gangreihe befunden das Bett daneben am Fenster. Einen Sitznachbarn gab es also nur immer über den Gang. Jeder hatte eine Seite im Flugzeug für sich. Kein wunder bei den wenigen Plätzen.

Weitere Informationen über den First Class Service an Bord der Lufthansa: Klick hier!


Catering und WLAN
Zu meiner Überraschung stellte ich nach dem Start fest, zum ersten Mal für mich, ein WLAN Internetzugang zur Verfügung steht. Das Netz wurde von der Deutschen Telekom unterhalten und somit konnte ich mit meinem Hotspot Login einen 24h Zugang für rund 20 EUR kaufen, den ich auch nach dem Flug noch brauchen konnte. Auf Reiseflughöhe angekommen wurde mit dem viergängigen Service angefangen. Ein Blick in die Speisekarte verriet es würde nicht leicht werden mit der Auswahl. Für folgendes habe ich mich entschieden:

  • Kaviarservice vom Wagen
  • Herbstliche Blattsalate mit Champignons, getrockneter Tomate und Karotte mit French- Dressing
  • Rehmedaillons mit Basilikumspätzle und Mango
  • Käsevariation

Weitere Informationen zum Lufthansa First Class Catering: Klick hier!


Service und Komfort
Selbstverständlich musste nach dem Essen ein Test des Inflight Entertainments sein. Dieses wirkte deutlich moderner als mein letzter Lufthansa Langstreckenflug in Business Class im Jahre 2009. Beim Einstieg wurde auch ein Lufthansa Schlaf-Anzug ausgeteilt, aufgeteilt in die Größen S, M, L und XL. Ebenso wird unterschieden zwischen Männchen und Weibchen. Diese Gelegenheit wollte ich nicht missen und versuchte das Bett aus. Und da kam der mit Abstand beeindruckendste Punkt auf dieser Reise. Es war ein komfortables Matratzen-Bett von über 2m Länge, jedoch etwas schmaler als ein Einzelbett für den häuslichen Gebrauch. Das störte aber keineswegs. Als mindestens genau so angenehm empfand ich die Liegehöhe. Diese ist vergleichsweise hoch und direkt am Fenster sodass auf Kopfhöhe stets die Fenster angeordnet sind. Es hat durchaus einen Hauch von Dekadenz mit vollem Bauch, auf einem Matratzen-Bett liegend über den Iran zu fliegen, während über das WLAN eine Skype Videokonferenz mit Kollegen läuft. Der Genuss überwiegt aber so stark, das die Dekadenz schnell verdrängt wird. Mit an Bord in der First Class sind überwiegend HON-Circle Mitglieder. HON-Circle ist der höchste Vielflieger Status im Miles & More Programm. Es müssen in zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren 600.000 Meilen erflogen werden. Erfahrenes und spannendes Publikum natürlich garantiert.


Natürlich gilt es auch zu erwähnen das im Verlaufe des Fluges auch die Purserin sich persönlich vorstellte und mit zwei/drei Sätzen nachfragte ob alles in bester Ordnung ist. Sie informierte sich über die weiteren Pläne am Aufenthaltsort und über die Rückkehr nach Europa. Kein aufgezwungenes Gespräch, sondern wirklich freundlich und interessiert. Die komplette First Class Crew umfasste stets mindestens drei Personen. Ein Pax/Crew Ratio das sich durchaus sehen lassen kann in dieser Klasse. Nach der Landung und am Gate angekommen vergingen noch gute 5 Minuten für die komplette Verabschiedung im Oberdeck. Als mit Abstand letzter Passagier stieg ich die Treppe hinunter und bemerkte erst jetzt das der komplette Flieger inkl. Business Class hat warten müssen bis ich von Bord ging. Erst dann gab die Crew die Gänge frei für die restlichen Passagiere zum Aussteigen. Das gab dem Produkt First Class der Lufthansa noch das extravagante i-Tüpfelchen zum Abschluss.

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ÜBERBLICK DER BEWERTUNGEN
Sitz (inkl. Matratzen-Bett)
Catering
Crew
On Board Entertainment
Lounge
BILD COPYRIGHTRoger Hohl, Ingrid Friedl (LH First-Class Lounge)
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Executive Editor, Roger Hohl berichtet stets aus erster Hand. Schon seit jungen Jahren interessiert ihn die Welt der Luxus-Reisen. Er sammelt bereits seit 2006 Erfahrungen und Eindrücke im Luxus-Segment der Reisewelt. Von der Südsee über China und Asien, quer durch Europa bis nach Afrika und Amerika. Er ist stets auf der Suche nach den spektakulärsten und aussergewöhnlichsten Locations, gepaart mit dem best möglichen an Komfort und Service-Leistungen. Sein Fokus liegt dabei auf der uabhängigen und kritischen Wahrnehmung aus Sicht der anspruchsvollsten Klientel. Denn die heutige Kundschaft dieses Segments, erwartet höchste Qualität. Sein Credo (Leitspruch): Hart an der Grenze – aber stets fair!

7 KOMMENTARE

  1. Die First Class ist bei 747-800 im Lower Deck. Im Upper Deck ist bei 747-800 die Business Class.
    In der 747-400 hingegen im Upper Deck. Welches Flugzeug war es denn nun?

  2. Es handelt sich hier nicht um die neue First Class von Lufthansa. Die neue First Class von LH ist zur Zeit nur auf allen 747-800 eingebaut. Auf der von Ihnen geflogenen 747-400 handelt es sich um die alte First Class mit 16 Sitzen, die man etwas „erneuert“ hat und acht Sitzplätze in feste Schlafpositionen umgebaut hat.

  3. Durfte dieses Produkt auch erleben, 12h Flug von Frankfurt nach Osaka. Neben mir nur ein Passagier im Oberdeck, ein cooler Typ aus Los Angeles. Wir wurden von „nur“ zwei FlugbegleiterInnen betreut, dafür aber auf allerhöchstem Niveau.

    Leider fällt dieses Produkt schon sehr bald der Premium Economy Class Umrüstung der 747-400 zum Opfer – ab Herbst ist diese einzigartige First leider Geschichte.

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