Bewertung: Emirates A380 First Class

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Der Airbus A380 ist das grösste und modernste Verkehrsflugzeug auf der Welt. In unterschiedlicher Konfiguration und vor allem Ausstattung fliegt der A380 derzeit für 19 Airlines (Stand Mai 2016). Dazu gehören Emirates, Singapore Airlines, Lufthansa, Qantas, Korean Airlines und Air France, Thai Airways, China Southern Airlines, Malaysian Airlines, Qatar und British Airways. Das Flugzeug bestitzt eine Zulassung für maximal 853 Passagiere. Obwohl in den meisten Konfigurationen der Airlines um die 500 Passagiere berücksichtigt sind.

Review
Die Zeit war reif für einen A380 Flug. Ganz nach Luxvisor.com Manier sollte es aber nicht irgendein A380 Flug werden, sondern genau mit der Airline, welche als einzige zwei Luxus-Badezimmer (inkl. Dusche) für First Class Gäste verbaut hat. Nach kurzer Überlegung und aktueller Planung ergab sich somit ein Testflug mit dem Emirates A380 nach Fernost (Hongkong / Bangkok).

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Check-In
Bereits beim Check-In Prozdere, gut 2,5 Stunden vor Abflug, erwies sich die Wahl der First Class als äußerst “bevorzugt”. Der Flug war bis auf den letzten Platz ausgebucht in First, Business und Economy Class. Dementsprechend stapelten sich über 400 Personen an einer ganzen Reihe Economy Class Check-In Schaltern und warteten mit großen Gepäckstücken auf ihre “Abfertigung”. Auch bei den vier Business Class Check-In Counters sah es, gelinde gesagt wie bei der Econmoy Class auf einem Europa-Flug, aus. Denn hier warteten ebenfalls gut 80 Personen auf ihre Bordkarte.

Und tatsächlich, vorbei an Economy- und Business Class Gerangel, steht da tatsächlich mit rotem Teppich und rotem Band abgesperrt, ein verlassener, einsamer und vor allem einziger First Class Check-In Schalter. Frische Blumen und genügend Platz zum Warten auf das Personal war ebenfalls vorhanden. Keine 10  Minuten später wurde ich, ohne weitere First Class Passagiere zu erspähen, zum Check-In “eingeladen”. Richtig gelesen “eingeladen”! Das Personal begrüsst einem vor dem entsprechenden Counter und nimmt das Gepäck ab. Sobald der Pass abgegeben ist, wird man selbstverständlich in gutem Englisch, mit entsprechender Anrede (Mister / Sir) und Namen angesprochen. Übrigens die Freigepäckgrenze liegt bei 50kgs pro Person in der First Class!

Lounge
Da genügend Zeit vorhanden war, suchte ich diese auf und war etwas überrascht. Die Aussicht zum grünen Innenhof des Flughafengeländes war eher etwas “triste”. Die Einrichtung eher etwas “old school”. Auch das bereitstehende Buffet, war zwar ziemlich vollumfänglich, aber doch um einen Tick kleiner als das Buffet in der Business- und First Class Lounge von Emirates in Frankfurt. Nach einer Stunde Aufenhalt war ich aber dennoch bereits zum ersten Mal pappe-satt!

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Gate / Wartebereich
Gute 50 Minuten vor Abflug begab ich mich zum Gate. Auch dort Szenen wie beim Warten auf die Arche Noah. Etwa zu klein geratene Wartebereiche vor den Gates nötigten die Passagiere am Boden zu sitzen oder schlicht und einfach zu stehen. In der Befürchtung erst recht keinen Sitzplatz zu finden wurde ich eines besseren belehrt. Sofort am Gate angekommen wurde ich zu einem abgesperrten Bereich direkt vor dem Eingang/Gate geleitet, mit der Bitte hier Platz zu nehmen. Und erst hier traf ich zum ersten Mal auf weitere First Class Gäste. Übrigens, die Emirates A380 First Class besteht aus total 14 Suiten.

Boarding
Beim Aufruf für den Beginn des Boardings wurden ich bereits eingeladen, sofort zu boarden und über eine eigene Gangway (Fingerdock) in den oberen Teil der A380 gebeten. Der Schilderung “Suite Class” folgend kam ich auch unverzüglich an der Flugzeugtür an, wo eine multinationale Crew von vier Personen mich an der Tür begrüsste und zur Suite geleitete.

Ich hatte eine Laptoptasche dabei und wollte diese – kultiviert und wie gewohnt – in den Gepäckfächern an der Decke (overhead bins) verstauen. Doch ich fand diese nicht. Etwas verloren, zweifelte ich an meiner langjährigen Erfahrung als Vielflieger und suchte eine gefühlte Ewigkeit diese Staufächer. Ich bemerkte das meine Mitreisenden das gleiche Problem hatten. Die Lösung lautet aber ganz einfach: Es gibt sie nicht! Die Emirates A380 haben keine Staufächer, sondern das Handgepäck kann ganz einfach irgendwo am Boden in der Suite verstaut werden. So einfach, kann Reisen sein! Wow…

Sobald ich mich in der mondänen Suite platz genommen habe, wird selbstverständlich wieder gastronomisch, mit Getränken und Knabbereien aufgefahren und dies stets unter entsprechender Ansprache (Mister / Sir) sowie Namen. Für 14 First Class Gäste, kümmern sich total sieben FlugbegleiterInnen. Somit kommen auf jede(n) FlugbegleiterIn maximal zwei Gäste. Da ist persönlicher Service, welcher wie hier perfekt inszeniert wird, ein ganz besonderes Erlebnis.

Fast unbekert wurde der Emirates A380 von der Position zurückgestoßen und rollte Richtung Piste. Die Triebwerke und Bewegungen des Rollens wurden so gut wie gar nicht wahrgenommen. Ich war gespannt, wann die Crew die ausgeteilten Gläser, Nüsse und Oliven vor dem Start einsammelt. Fazit: Gar nicht! Wie beim Handgepäck, war es auch hier bei den ausgeteilten Utensilien offenbar “egal” wenn diese beim Start in der Suite vorhanden sind. Speziell…, aber hat etwas sehr “privates”.

Meine Erwartung beim Start wenigstens etwas auf die Ohren zu kriegen um ein entsprechendes Flug-Feeling zu bekommen, wurde nicht erfüllt. Der Airbus ist in der First lass, selbst im Startvorgang bei Höchstleistung der Triebwerke nicht lauter wie ein Staubsauger auf 25m Entfernung mit zwei geschlossenen Türen dazwischen. Ein etwas lauteres “surren” beschreibt es vielleicht noch am Besten.


Catering
Kurz nach Start begann der berühmt-berüchtigte Emirates First Class Service. Wer mit Emirates in First- oder Business Class reist, weiss das generell unter 2,5h kein Catering Durchgang möglich ist. Hier wird wirklich alles aufgefahren was die Bordküche hergibt und derzeit angesagt ist. Auch das Anrichten der Speisen welche ich auf anderen Emirates Flügen (Business Class) schon erlebt und bemängelt habe, stimmt hier aber vollkommen. Die Gerichte auf den Tellern wurden mit viel Liebe hergerichtet bzw. gestaltet. Da es ein Tagesflug war, betitelte Emirates den Catering-Service als “Light Meal”. Mir sollte dies recht sein, denn ich war eigentlich von der Lounge noch immer satt. Was hier aber als “Light Meal” angeboten wird, geht in guten Restaurants als 5-Gänge Menü für teures Geld über die Bühne. Selbstverständlich kann man aus bis zu drei verschiedenen Vorspeisen und fünf verschiedenen Hauptspeisen wählen. Auch beim Nachtisch gibt es diverse Variationen.

Meine Wahl

  • Vorspeise: Ente mit Pflaumensauce, geschnittener Birne und Kartoffel-Salat
  • Salat (Zwischengang): Saisonaler Salat mit verschiedenen Dressings
  • Hauptspeise: Gedünsteter Lachs-Fillet mit Wasabi Sauce, Kaffernlimette, Sellerie, mit jungen Kartoffeln, Karotten und Brokkoli.
  • Nachtisch: Internationale Käsevariation Schokolade: Schokoladen- und Pralinenvariation zum Kaffee und Tee

Selbstverständlich wurde ständig warmes und frisches Brot serviert in allen Variationen (Kernbrot, Weissbrot, Fladenbrot, Speckbrot, Konblauchbrot, etc).

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Badezimmer alias Dusch-Spa
Kaum noch wissen wie ich mich bewegen soll, nach dieser stundenlangen Bewirtschaftung durch die Crew, wollte ich eines der beiden fliegenden Badezimmer, sogenannte Dusch-Spas, aufsuchen, welche in der Nase der Emirates A380 (links und rechts) verbaut sind. Da sich die First Class ohnehin im Oberdeck ganz vorne befindet, waren es nur wenige Meter bis zur Nase. Kaum angekommen wurde ich von einer Flugbegleiterin in Putz-Uniform begrüsst, welche mir eines der freien Badezimmer zeigte. Es gibt also in der Tat bei Emirates eine Flugbegleiterin die nur für die beiden Badezimmer zuständig ist und diese nach jeder Benützung wieder herrichtet.

Die First Class bei Emirates heißt ja eigentlich “Suite Class”, da jedem Passagier eine eigene private Suite zur Verfügung steht. Nach erfolgreichem Check-In gibt es eine entsprechende “Lounge Invitation”, also eine Lounge Einladung für die Business- und First Class Lounge von Emirates im Terminal nach der Sicherheitskontrolle.

Im fliegenden Badezimmer angekommen, war ich erstmal überrascht: Der Raum war relativ geräumig mit vielen (Ganzkörper)Spiegeln, einem Bildschirm mit Flugroute und einer Duschkabine. Ausgestattet war das Badezimmer mit den edlen Produkten von “Timeless Spa” und Parfüm von “Bvlgari”. Auch die Duschkabine war geräumig, ähnlich einem Hotel. Selbstverständlich ist dazu gehörig eine Bodenheizung verbaut. Haatrockner, Kosmetikablagen und ein entsprechendes Klo sind ebenfalls vorhanden. Auf Wunsch gibt es auch einen Bademantel ausgeteilt. Allein für die Duschen müssen pro Flug 500kg Wasser mitbefördert werden. Was einem Gewicht von ca. sieben Passagieren entspricht. Teuer! Die Duschzeit ist aber auf 15 Minuten begrenzt und offiziell hat jeder Gast nur 25 Minuten total zur Verfügung für das Badezimmer bzw. Dusch-Spa. In Tat und Wahrheit wird hier aber sicherlich nicht genau auf die Uhr geschaut. Stellt sich nur noch die Gewissens-Frage: Was gibt es dekadenteres als in 10.000m Höhe duschen? Ein absoluter Wahnsinn!

Private Suite
Frisch und erholt, zurück in der privaten Suite angekommen, galt es diese etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Gefunden hab ich als erstes eine ca. 20 seitige Bedienungsanleitung der Suite. Vom Lichtkonzept, über die Massagefunktion, bis hin zur Erklärung des Audio/Video-Bordsystems mit über 1100 Unternhaltungsmöglichkeiten. Der Bildschirm hat eine Diagonale von 53cm und steht einem herkömmlichen LED TV zu Hause in nichts nach. Hervorragende Bildqualität und auch Soundqualität (Kopfhörer)!

Auf Knopfdruck verwandelt sich der komfortable Sitz in ein 2m flaches Bett. Selbstverständlich wird auf Wunsch Bettwäsche, Kissen, Pyjama und eine Matratze gereicht. Die Suite selbst ist mit viel Blattgold und Wurzelholz ausgestattet. Für jeden Passagier wird eine frische Orchidee gereicht und in die entsprechende Halterung in der Suite gesteckt. Kitschig, aber nützlich: Für die Damen ist auch ein bleuchteter Schminkspiegel dabei! Das exklusive Schreibwarenset ist dann wohl das männliche Gegenstück dazu! Die Wände der Suite sind  aus Sicherheitsgründen nur 1,40m hoch. Dennoch, das private Fluggefühl ist auf jeden Fall vorhanden.

Zur Bedienung der Suite gehört ein kabelloses (Wireless) Touchpad. Dies steckt standardmässig seitlich in einer Halterung wo es für Start/Landung und zum Aufladen angebracht ist. Im Flug kann dieses von der Halterung gelöst werden und dient zur kompletten kabellosen Bedienung der Suite.

In jeder Suite ist auch eine kleine Minibar vorhanden, welche seitlich in der Armatur der Suite verbaut ist. Auf Knopfdruck öffnet sich eine Klappe und die gekühlten Getränke kommen hervor gefahren. Absolute Spitzenklasse!

Bar / Ausblick
Im hinteren Teil des Oberdeck im Emirates A380, gibt es für First- und Business Class Gäste eine Bordbar. Selbstverständlich hab ich diese auch ausprobiert. Schließlich gilt das das Motto: Alles für den Leser! Ein entsprechender Bericht folgt aber in wenigen Tagen beim Review “Emirates A380 Business Class”. Es ist wohl der einzige Ort der Welt, wo First Class Gäste im Bademantel angetroffen werden können.

Special Service
Selbstverständlich wollte ich ganz nach den Ansprüchen von Luxvisor auch einmal testen ob die Crew auf spezielle Ereignisse der Gäste eingehen kann. So wurde kuzerhand (dank meiner Begleitung) mein Geburtstag vorgetäuscht. In Tat und Wahrheit hatte ich erst 2 Tage später Geburtstag, aber warum nicht mal prüfen ob eine Emirates A380 First Class Crew damit umgehen kann und vor allem wie sie damit umgehen kann.

Keine 15 Minuten nachdem die Information, durch meine Begleitung, an die Crew überbracht worden ist, wurde durch vier Crew Mitglieder ein Tablett mit einem mehrstöckigem Pralinen- und Pudding Aufbau aus Champagner Gläser überbracht. Dazu eine entspreche Emirates-Karte mit der Aufschrift “Happy Birthday Mr. Hohl”. Ich war fix und fertig… noch mehr Essen!

Nun galt es aber auch ein logistisches Problem zu lösen: Da nicht vorgesehen ist, dass zwei Personen gleichzeitig in einer Suite Platz nehmen können und aber das mir aufgetischte Geburtstags-Catering aber logischerweise viel zu viel war, wurde kuzerhand aus den Cateringboxen in der Küche eine Sitzmöglichkeit mitten im Gang, neben dem Eingang meiner Suite platziert, damit meine Begleitung und ich zusammen den mehrstöckigen Pralinen- und Pudding Aufbau – sage wir einmal – vernichten konnten. Persönlicher Service auf Spitzenniveau und somit absolut Luxvisor approved!

De-Boarding
Aber auch die schönsten Flüge neigen sich dem Ende zu. Nach einer ebenso weichen und eigentlich überhaupt nicht spürbaren Landung rollte der Emirates A380 praktisch lautlos zum Terminal. Um gefühlte plus 10kg schwerer verließ ich unter freundlich, fröhlichem Smalltalk mit der Crew, das Flugzeug. Selbstverständlich auch beim Aussteigen wurde ich unter persönlicher Anrede mit Name verabschiedet.

Dank dem First Class Flug durfte die VIP Einreise Kanäle benutzt werden. Die Gutscheine welche dazu berechtigen wurden kurz vor der Landung durch die Crew ausgeteilt. Somit ist auch eine Einreise ohne eine längere Wartezeit kein Problem.

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ÜBERBLICK DER BEWERTUNGEN
Sitz (Suite)
Catering
Crew
On Board Entertainment
Lounge
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Executive Editor, Roger Hohl berichtet stets aus erster Hand. Schon seit jungen Jahren interessiert ihn die Welt der Luxus-Reisen. Er sammelt bereits seit 2006 Erfahrungen und Eindrücke im Luxus-Segment der Reisewelt. Von der Südsee über China und Asien, quer durch Europa bis nach Afrika und Amerika. Er ist stets auf der Suche nach den spektakulärsten und aussergewöhnlichsten Locations, gepaart mit dem best möglichen an Komfort und Service-Leistungen. Sein Fokus liegt dabei auf der uabhängigen und kritischen Wahrnehmung aus Sicht der anspruchsvollsten Klientel. Denn die heutige Kundschaft dieses Segments, erwartet höchste Qualität. Sein Credo (Leitspruch): Hart an der Grenze – aber stets fair!

3 KOMMENTARE

  1. Das First Class Reisen im A 380 ist Luxus pur. Das First Class Restaurant n Dubai excellent. Wir würden sofort wieder fliegen wenn der Preis stimmt. Es gibt nichts besseres.

  2. Wenn Sie Emirates bereits nach der Buchung des Fluges von Ihrem Geburtstag informiert hätten, gebe es eine Geburtstagstorte! Für die Sicherung des Handgepäcks in der Suite gibt es 2 Sicherheitsgurte.
    Man kann sie am einfachsten über die Tür des persönlichen Schrankes erreichen.

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