Bewertung: Swiss A220-300 Business Class

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Es ist immer wieder eine Freude eine Business Class bei der Swiss erleben zu dürfen. Selbst auf den vergleichsweisen kurzen Europa-Strecken sucht der Service seinesgleichen. Oder mit anderen Worten: Die Vorfreude gehört mitunter zu den größten bei einem Swiss Flug.

Dieses Mal wurde der Swiss Flug von Hamburg nach Zürich mit einer nahezu fabrikneuen Airbus 220-300 (A220-300) bzw. dem ehemaligen Bombardier C-Series (CS300). Airbus hat das C-Series Programm von Bombardier übernommen und deshalb die Flugzeugbezeichnung kurzerhand unbenannt. alleine Swiss hat 30 A220 Flugzeuge bestellt, davon 10 A220-100 und 20 A220-300 und darüber hinaus nochmal 30 weitere Optionen auf diesen Typ Flugzeug. Die A220-100 verfügt über 125 Sitzplätze (16 Business / 109 Eco) während der größere Bruder A220-300 über 145 Sitzplätze (30 Business / 115 Eco) verfügt.

Die A220 verfügen erstmalig über eine neue Art von Triebwerken. Es handelt sich um ein sogenanntes „geared fan“, also ein Triebwerk mit einer Gangschaltung. Verbaut wurde das PW1500G Triebwerk vom kanadischen Hersteller Pratt & Whitney. Zu rund 17% am Bau war übrigens das Deutsche Traditionsunternehmen MTU beteiligt. Durch die Gangschaltung bzw. dem Untersetzungsgetriebe kann der „Fan“ (Triebwerksschaufeln) langsamer drehen und gleichzeitig die Antriebsturbine wesentlich schneller. Das bewirkt einen deutlich geringeren Kohlendioxidausstoß sowie einen geringeren Treibstoffverbrauch von rund 15%. Auch der Lärm wird dadurch reduziert. Darüber hinaus ist das Triebwerk auch leiser als herkömmliche Triebwerke.

Check-In und Lounge

Der Check-In verlief, wie immer in Hamburg, problemlos. Keine Wartezeit, getrennte Security-Line. Als Lounge steht die Lufthansa Business-Class Lounge zur Verfügung. Diese befindet sich im Terminal 2 auf dem oberen Stockwerk. Das heißt per Aufzug oder Treppe nach oben und bis ans Ende laufen. Die Lounge war bereits gut gefüllt für ein Samstag Nachmittag. Sie bietet alles was eine typische Lufthansa Business Class Lounge anbietet. Nichts überdurchschnittliches, aber auch nicht schlechtes. Solide halt. Also, warmer und kalter Snack, breite Palette an Getränken (Heiß/Kalt-Getränke, Alkohol, etc.).

Boarding

Pünktlich zur Boarding-Zeit erschien ich am Gate. Mir ist gleich aufgefallen das eine ganze Menge Personen warteten. Ich tippte auf einen vollen Flug und sollte Recht haben. Offenbar waren noch Fluggäste auf der Warteliste, dies vor allem eigene Mitarbeiter der Swiss. Wenig später ging das Boarding über unser Bus-Gate los mit insgesamt drei Bussen. Wie nach Vorschrift, durften die Business-Class Gäste zuerst durchs Gate in den Bus. Das ist aber relativ unerheblich da ja alle Personen im Bus zum gleichen Zeitpunkt am Flugzeug ankommen. Kaum am Standplatz angekommen, stieg ich die vordere Flugzeugtreppe empor und wurde herzlich von der Crew begrüßt. An meinem Sitzplatz stand auch schon – obligatorisch für eine Swiss Business Class – das Mineralwasser und Erfrischungstuch bereit. Immer wieder eine Tolle Geste.

Sitz und Entertainment

Auf den A220 Flugzeugen der Swiss ist ein neuer Typ Sitz verbaut. Warum ich das so explizit erwähne? Dieser Sitz hebt sich optisch klar von allen anderen bisherigen Flugzeugsitzen ab und das Design ist eine absolute Meisterleistung. Umso bemerkenswerter das eine vergleichsweise kleine Flugzeugsitz-Manufaktur auf der Deutschen Bodensee-Seite dafür verantwortlich ist. Es handelt sich um den EC00 – ZIMunique Economy Class Sitz der ZIM Flugsitz Manufaktur in Markdorf (D). Vor allem die Konstruktion und Halterung des Tisches, sowie der silberene Alustreifen rund um die Rückenlehne sorgen für eine herausragende Optik. Auch die braunen Bezüge mit perforiertem Leder fallen auf. Hier setzte der Sitzhersteller ebenfalls auf Deutsche Engineering- und Produktions-Qualität. Die Sietzbezüge wurden in Zusammenarbeit mit dem internationalen Luftfahrtzulieferer ACM – Aircraft Cabin Modification GmbH in Memmingen (D) entwickelt und gefertigt. Ich behaupte klar, das dies der aktuell beste Flugzeugsitz der auf Kurz- und Mittelstrecken verfügbar ist. Große Klasse!

Das Entertainment System auf den A220 Flugzeugen ist natürlich nicht vergleichbar mit einer Swiss Langstrecke, allerdings auch nicht mit den bisher bewährten Swiss A319/320/321. Hier hat immerhin jede Sitzreihe einen kleinen Mini-Display an der Decke bzw. Overhead-Panel verbaut. Dieser befindet sich direkt neben den Leselichtern und den Lüftungseinlässen. Auf dem Display werden zum Beispiel Info zum Flugverlauf dargestellt.

Catering

Natürlich gehört das Catering auf einem Swiss Europa-Business-Class Flug zu den Highlights. Serviert wurde ein warmes Käse-Quiche zusammen mit einem „Crème Brûlée“ sowie einem hervorragendem Himbeer-Sorbet inklusive Minz-Blättchen. Dazu der übliche Getränke Service für alle möglichen Arten an Getränken. Angerichtet war das Ganze auf rechteckigem, weißem, Porzellan-Geschirr. Ich finde das eine hervorragende Kombination. Klare Formen, hervorragendes Essen, absolut zuvorkommende Crew. Swissness pur!

Pünktlich und ausgeruht komme ich in Zürich an. Wieder gehts auf eine Außenposition und wie in Zürich bei Swiss Business-Class Flügen üblich, steht zuerst ein kleiner Business-Class Bus für die Gäste da. Das wertet das Swiss Business-Class Produkt gleich nochmal auf und spart vor allem dem geschätzten Fluggast gleich nochmal wertvolle Minuten bei seiner Ankunft. Unglaublich toll und vor allem unglaublich entschleunigend! Weiter so, Swiss!

Weitere Informationen: Klick hier!

ÜBERBLICK DER BEWERTUNGEN
Sitz
Catering
Crew
On Board Entertainment
Lounge (Business Class Lounge Hamburg)
BILD COPYRIGHTRoger Hohl, Swiss Air Lines (Sitze)
Executive Editor, Roger Hohl berichtet stets aus erster Hand. Schon seit jungen Jahren interessiert ihn die Welt der Luxus-Reisen. Er sammelt bereits seit 2006 Erfahrungen und Eindrücke im Luxus-Segment der Reisewelt. Von der Südsee über China und Asien, quer durch Europa bis nach Afrika und Amerika. Er ist stets auf der Suche nach den spektakulärsten und aussergewöhnlichsten Locations, gepaart mit dem best möglichen an Komfort und Service-Leistungen. Sein Fokus liegt dabei auf der uabhängigen und kritischen Wahrnehmung aus Sicht der anspruchsvollsten Klientel. Denn die heutige Kundschaft dieses Segments, erwartet höchste Qualität. Sein Credo (Leitspruch): Hart an der Grenze – aber stets fair!