Bewertung: The Fontenay Hamburg

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Es war ein Besuch auf welchen ich mich ganz besonders freute. Das „The Fontenay“ Hotel in Hamburg machte schon vor seiner eigentlichen Eröffnung im Frühjahr 2018 Schlagzeilen, sei es durch den spektakulären 100 Mio. Euro Bau oder durch die allgemeine Erwartung auf Superlativ-Niveau durch die Öffentlichkeit wie auch Kritiker, das hier etwas ganz Besonderes in Entstehung ist.

Die Lage

Eines ist klar: Das „The Fontenay“ fällt auf! Die geschwungene, konzentrische und kreisförmige Architektur liegt gut situiert an der Außenalster. In unmittelbarer Nachbarschaft das noble Quartier Rotherbaum wie auch die amerikanische Botschaft. Die überdimensionierte Vorfahrt zum Hotel ist schlicht, mondän und eindrücklich gleichzeitig. An der Außenfassade dominieren Fenster und weiße Farbe. Diese war übrigens Pflicht, sprich Auflage um hier Bauen zu können, denn auch die Nachbarschaft ist überwiegend in weiß gehalten. Farblich passt der Bau also definitiv in die Umgebung. Fragt man die Hamburger über die Architektur des Hauses, bekommt man mehr Antworten als befragte Personen. Einige reden sogar von einem Fremdkörper. Geschmacksache, aber hier wurde definitiv keine Mühen und Kosten gescheut. Der überwiegende Teil der Bauteile sind Sonderanfertigungen. Warum? Weil es in der geschwungenen Architektur praktisch kein Normbauteil verbaut werden kann. Hier ist nichts gerade und nichts von der Stange, alles Sonderanfertigungen. Der Bau macht von sich reden und ich finde das ist gut so! Anders ist eben nicht normal und normale Hotel-Architektur gibt es genügend, auch im 5 Sterne Bereich.

Der Check-In Service

Das Check-In Prozedere erfolgt auf höchst persönlichem Niveau. Nicht etwas an einer Theke wie üblich, sondern sitzend als eine Art privater Check-In. Privat aber auch deshalb weil es eher einem lockeren Gespräch gleicht, als dem üblichen Frage/Antwort Spiel und das auf so geschicktem, charmanten und vor allem herzlichen Niveau, das es keinesfalls künstlich wirkt. Hier hat der Service auf jeden Fall schon einmal ganze Arbeit geleistet. Ich fühle mich wirklich als herzlich willkommener Gast.

Wirklich überrascht war ich als der Mitarbeiter vom Check-In mich bis aufs Zimmer begleitete und mir auch alles nötige erklärte. Das ist eine kleine, aber unglaublich persönliche Geste und deshalb außergewöhnlich und vermittelt ein sehr willkommenes Gefühl.

Das Zimmer

Das Zimmer hat den warmen Charme eines gut eingerichteten und sanft eingerichteten Wohnzimmers. Es vermittelt umgehend den oft vermissten „ich bin zu Hause“ Charakter. Die Farben und Materialen sind hochwertig und perfekt aufeinander abgestimmt. Durchaus edel auf hohem Niveau, aber nicht protzig. Gleiches gilt für die verbaute Technik. Automatische Vorhänge, elektrisch gesteuerte Regenwalddusche mit Radio und Lichteffekt und vor allem endlich ein Smart-Living Produkt das sich von einem Panel dienen lässt und das einen Nachtschalter hat, bei dem wirklich das komplette Licht ausgeht! Wer kennt das nicht? Nichts ärgerlicher als wenn ich nachts vorm ins Bett gehen noch quer durchs Zimmer alle Licht schalter suche um auch wirklich alle Lichter aus zu machen. Das „The Fontenay“ kanns, mit einem Schalter! Zugegeben, das ist eine Kleinigkeit, aber unglaublich angenehm.

Selbstverständlich darf auch ein begehbarer Kleiderschrank, inkl. Hochspiegel nicht fehlen. Das Wohnzimmer verfügt über eine Couch inkl. Tisch. Das wirklich angenehme ist aber das die 114 Zimmer und 17 Suiten alle ausnahmslos über einen überdachten Balkon verfügen. Genug groß für zwei Sessel und Tisch. Das bringt uns automatisch zum nächsten außergewöhnlichen Thema. Alle Zimmer sind also Außenzimmer. Es gibt keine Zimmer in den Hof. Möglich macht dies, das kreisförmige Design. Clever! Übrigens: Wenn man auf seinem Stockwerk aus dem Fahrstuhl schreitet, links oder rechts rum geht bis zum Ende, steht man wieder am gleichen Aufzug. Irgendwie originell.

Die Minibar ist inkludiert im Zimmerpreis und wird täglich aufgefüllt. Verschiedene Säfte, Kaltgetränke wie auch zwei Bier der Hausmarke „The Fontenay No. 10“ sind darin verfügbar. Dazu später aber mehr.

Die Gastronomie

Gastronomisch hat das „The Fontenay“ natürlich ebenso viel zu bieten. Superlative verpflichten eben und das wurde auch im Gastro-Bereich hervorragend umgesetzt und zwar ohne Experimente, nämlich herrlich bodenständig.

Im Erdgeschoss mit Gastgarten ist das Parkview zu Hause. Die Küche serviert sasional variierende Gerichte, bleibt dabei aber herrlich klassisch. Hier werden nicht nur mittags und abends Gerichte serviert, sondern auch das Frühstück eingenommen. Bei Schönwetter auch gerne draußen im Gastgarten mit Blick Richtung Außenalster. Das Frühstück selbst ist von ausgesprochen hoher Qualität. Das Buffet wurde sorgfältig ausgewählt und die Zutaten sind liebevoll angerichtet. Klar, der eine oder andere würde behaupten es sei übersichtlich gehalten. Aber auch hier gilt ganz klar, Qualität vor Quantität! Und das finde ich gut so.

Im verglasten obersten Stockwerk ist das Lakeside angesiedelt. Das Sternerestaurant bzw. der Schweizer Küchenchef Cornelius Speinle wurde von der Schweizer Gault&Millau Ausgabe als „Schweizer Star im Ausland“ ausgezeichnet. Gault&Millau Deutschland ehrte das Restaurant mit hervorragenden 17 von 20 Punkten. Auch der Guide Michelin zeichnete das Restaurant mit einem Stern aus. Selbst in der Welt der Weinen wurde eine Auszeichnung eingefahren. Stefanie Hehn wurde zum Sommelier des Jahres gekührt.

Das „Hidden Gem“ der „The Fontenay“ Gastronomie ist aber die spektakuläre „The Fontenay Bar“ mit 320 Grad-Terrasse. Mittags ab 12 Uhr geöffnet bis spät in die Nacht hinein. Ein wahrlich konspirativer und kosmopolitischer Ort. Egal ob drinnen oder draußen auf der Terrasse. Die Bar bleibt ein Hingucker. Längst ist sie über das Hotel hinaus ein Treffpunkt der Stadt geworden, selbst für Einheimische. Ohne Reservierung ist auf der Terrasse auch kaum ein Platz zu ergattern. Der Service und das Angebot hervorragend. Ein Bar Besuch gehört hier unbedingt zur Pflicht. Nicht nur für Hotelgäste.

Übrigens: Das „The Fontenay“ verfügt auch über sein eigenes Bier. „The Fontenay No. 10“, wurde angelehnt an die Anschrift des Hotels mit der Straßennummer 10. Exklusiv hergestellt wird das Bier von der bekannten Ratsherrn Brauerei. Schmeckt!

Der Wellnessbereich

Ein weiteres Novum bietet der Wellness-Bereich im obersten Stockwerk. Genauer gesagt der Pool-Bereich. Dieser verläuft Indoor wie auch Outdoor. Drinnen wie auch draußen genießt man einen herrlichen Blick über die Außenalster auf die Stadt Hamburg. Gerade zu majestätisches Gefühl! Ruhebereich, Saune, Fitness und Anwendungsräume sind natürlich ebenso vorhanden. Der Wellness-Bereich ist über einen separaten Fahrstuhl von allen Stockwerken zu erreichen. Das hat durchaus seinen Charme. So kann ohne Probleme mit dem Bademantel aus dem zimmer in den Wellness-Bereich transferiert werden, ohne das dabei den anderen Gästen im normalen Fahrstuhl begegnet wird. Das nenne ich durchaus angenehm und zwar für alle Parteien!

Fazit

HongKong, Singapore, Moskau oder NewYork? Nein Hamburg! Luxuriös, elegant und stilvoll auf aller höchstem Niveau, aber ohne dabei verkrampft zu wirken. So lässt sich das Ambiente im „The Fontenay“ am Besten beschreiben. Zweifelsohne gibt es viele gute Häuser auf dieser Welt, aber nur in ganz wenigen hatte ich bisher das Gefühl, das es dermaßen unaufgeregt von statten geht in diesem Haus. Keine Krawattenpflicht bei den Herren, keine Abendrobenpflicht bei den Damen. Sneakers? Kein Problem. Modern chic, lässt es sich wohl am ehesten Beschreiben.

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ÜBERBLICK DER BEWERTUNGEN
Gebäude (Design, Zustand)
Zimmer (Premier)
Frühstück (Auswahl, Qualiät)
Service (Freundlichkeit, Aufmerksamkeit)
BILD COPYRIGHTThe Fontenay, Roger Hohl
Executive Editor, Roger Hohl berichtet stets aus erster Hand. Schon seit jungen Jahren interessiert ihn die Welt der Luxus-Reisen. Er sammelt bereits seit 2006 Erfahrungen und Eindrücke im Luxus-Segment der Reisewelt. Von der Südsee über China und Asien, quer durch Europa bis nach Afrika und Amerika. Er ist stets auf der Suche nach den spektakulärsten und aussergewöhnlichsten Locations, gepaart mit dem best möglichen an Komfort und Service-Leistungen. Sein Fokus liegt dabei auf der uabhängigen und kritischen Wahrnehmung aus Sicht der anspruchsvollsten Klientel. Denn die heutige Kundschaft dieses Segments, erwartet höchste Qualität. Sein Credo (Leitspruch): Hart an der Grenze – aber stets fair!